Donnerstag, 16. Oktober 2008

Impfungen in der Schwangerschaft

Impfungen in der Schwangerschaft
Das Thema Schwangerschaft und Impfungen wird sehr kontrovers diskutiert. Im Spannungsfeld zwischen dem Schutz der Mutter vor schweren Erkrankungen und der möglichen oder nur theoretischen Gefährdung des Kindes sind viele Fragen noch nicht geklärt. Das liegt auch daran, dass bei den Studien vor der Zulassung eines Impstoffes grundsätzlich schwangere und sogar möglicherweise schwangere Frauen prinzipiell ausgeschlossen werden. Es liegen also kaum wissenschaftliche Daten über den Zusammenhang von Impfungen und Schwangerschaft vor.

Verbotene Impfungen
Aufgrund einfacher theoretische Überlegungen gilt eine bestimmte Gruppe von Impfungen als kontraindiziert (verboten) für Schwangere: die Lebendimpfungen. Einige Impfungen, darunter die gegen Masern, Mumps, Windpocken und Röteln, bestehen aus lebenden, abgschwächten Viren. Sie erzeugen eine leichte Variante der entsprechenden Krankheit und hinterlassen beim Impfling einen Schutz gegen die echten Viren. Durch den Übertritt der Impfviren auf den Embryo oder Fetus kann dieser aber schwer geschädigt werden oder sogar absterben. Das Immunsystem des werdenden Menschen hat keine Mittel, gegen die lebenden Viren anzugehen.
Kompliziert wird die Beurteilung einer Impfung mit lebenden Viren allerdings durch weitere Beobachtung in Einzelfällen. Hier wurden nach einem versehentlichen Impfen von schwangeren Frauen (die Schwangerschaft war noch nicht bekannt, wurde übersehen oder nicht beachtet) z.B. gegen Röteln keine Folgen für das Kind sichtbar.
Ausnahmen von der Regel, Lebendimpfstoffe nicht zu verwenden, scheinen auch für die Gelbfieberimpfung zu gelten. Obwohl es sich um einen Lebendimpfstoff handelt, wird davon ausgegangen, dass kaum eine erhöhtes Risiko besteht.

Relativ verbotene Impfungen
Dies stellt die größte Gruppe während der Schwangerschaft dar: Aus den Erfahrungen sind keine erhöhten Risiken bekannt. Dennoch muss der Nutzen einer Impfung für die Mutter sorgfältig gegen das theoretische Restrisiko abgewogen werden. Vor allem im ersten Drittel der Schwangerschaft, wenn sich der größte Teil der Organentwicklung abspielt, sind Wechselwirkungen auf den Fötus möglich.
Zur Gruppe dieser Impfungen zählen vor allem solche, die meist in Europa und bei gesunden Schwangeren oft nicht unmittelbar notwendig sind: Hepatitis A und B, Kinderlähmung (Polio), Meningokokken, Tollwut sowie Typhus und Cholera. Auch die FSME-Impfung kann meist noch bis nach der Entbindung warten.

Erlaubte Impfungen
Eine Impfung ist nach allen vorliegenden Ergebnissen nicht nur erlaubt, sondern für Schwangere bei fraglichem Impfschutz sogar zu empfehlen: Tetanus. Es gibt keine gesicherten Meldungen über Komplikationen. Meist wird bei Erwachsenen gleichzeitig gegen Diphtherie geimpft, auch dies scheint bedenkenlos möglich.

Stillzeit
Wird nach den Entbindung das Neugeborene gestillt, ist es durch in der Muttermilch enthaltene pharmakologische Wirkstoffe eventuell gefährdet. Dies gilt auch für Impfstoffe, die die Mutter erhält, doch ist das Risiko für Schädigungen deutlich geringer als während der Schwangerschaft. Prinzipiell lässt sich sagen dass, alle Impfungen außer den genannten Lebendimpfungen erlaubt sind, ein Restrisiko bleibt aber immer.

Beipackzettel
In den Beipackzetteln und Fachinformationen der Hersteller von Impfstoffen findet sich sinngemäß fast immer folgende Formulierung: Impfungen in der Schwangerschaft sind abzulehnen oder nur sorgfältiger Abwägung des Risikos durchzuführen. Dies gilt auch für Impfungen von stillenden Müttern. Insbesondere im ersten Drittel der Schwangerschaft sollte auf Impfungen verzichtet werden.

Fazit
Das Fazit aus den bekannten Risiken der Impfung von Schwangeren und Stillenden lautet: So wenig wie möglich, möglichst nicht in den ersten drei Monaten; einige Impfungen gar nicht, andere nur in besonderen Situationen.
(Dr. Berthold Gehrke) © 2007 medizin.de



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Donnerstag, 13. März 2008

FSME Impfung, wann ?


FSME-Nachimpfung: So viel Verzögerung ist erlaubt

Liegt die erste Impfung länger als ein Jahr zurück, wird neu begonnen
FRANKFURT AM MAIN (ner). FSME-Impfschemata werden aus verschiedenen Gründen oft nicht eingehalten. Der Tropenmediziner Dr. Christian Schönfeld aus Berlin empfiehlt in solchen Fällen ein differenziertes Vorgehen, bei dem Zahl und Zeitpunkt der voran gegangenen Impfungen berücksichtigt werden müssen sowie das Alter des Impflings.
Aus verschiedenen Gründen kommen Patienten verspätet zur Nachimpfung.

"Ich wurde im Mai 2007 einmal gegen FSME geimpft. Die weiteren Impfungen habe ich nicht erhalten, weil ich lange im Krankenhaus gelegen habe. Muss ich jetzt wieder von vorne beginnen?" - Solche Fragen werden in der Praxis nicht selten gestellt. Hat jemand nur eine FSME-Impfung erhalten und sie liegt bereits länger als ein Jahr zurück, sollte mit der Grundimmunisierung, bestehend aus drei Impfungen, neu begonnen werden, empfahl Schönfeld bei einer Veranstaltung des Unternehmens Novartis Behring in Frankfurt am Main.
Sonst brauchen nur die fehlenden Impfungen nachgeholt werden. Wurde bereits zweimal gegen FSME geimpft, sollte die Grundimmunisierung (insgesamt drei Impfungen) bei Menschen über 50 Jahren innerhalb von drei Jahren beendet werden, Personen unter 50 Jahren haben dazu fünf Jahre Zeit.
Sind bereits mehr als drei oder fünf Jahre (je nach Altersgruppe) vergangen, sollten zwei Impfungen im Abstand von mindestens vier Wochen erfolgen. Diese Empfehlungen gelten für den Impfstoff Encepur®.

Bei Personen unter 50 Jahren mit bereits abgeschlossener Grundimmunisierung könne der Impfschutz sogar bis zu zehn Jahre später mit einer einzigen Impfung wieder aufgefrischt werden. Ist mehr Zeit vergangen, empfiehlt Schönfeld zur Auffrischimpfung wiederum zwei Impfungen im Abstand von vier Wochen.
Beispiel: Eine 47-jährige Frau möchte gegen FSME geimpft werden, weil sie im Sommer nach Südschweden reisen will. Die Grundimmunisierung war im Februar 1998 abgeschlossen. Das ist zehn Jahre her; eine einzig Auffrischimpfung reicht aus.
Bei Personen über 50 Jahren gilt das gleiche Prinzip, allerdings sollte die letzte Impfung nicht länger als fünf Jahre zurückliegen. Andernfalls sollten zwei Auffrischimpfungen im Abstand von vier Wochen gegeben werden.


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Mittwoch, 27. Februar 2008

Neuer Ansatz gegen Hepatitis B entdeckt

Peptid der Virushülle versperrt dem Virus den Weg

Neuer Ansatz gegen Hepatitis B entdeckt

Wissenschaftler haben ein Peptid des Hepatitis-B-Virus entdeckt und im Labor reproduziert, das im Mausmodell erfolgreich eine Virus-Infektion verhindern kann.


Bei dem Peptid handelt es sich um ein Teilstück der Virushülle, das für den Eintritt des Virus in die Leberzelle notwendig ist.
Jährlich sterben 750.000 Hepatititis-B-Kranke an Leberzirrhose oder –krebs.
Die Arbeiten der Teams um Prof. Stephan Urban, PD Walter Mier (beide Universitätsklinik Heidelberg) und PD Jörg Petersen (Universitätsklinikum Eppendorf) wurden jetzt in "Nature Biotechnology" online veröffentlicht (doi:10.1038/nbt1389).

Jährlich sterben trotz Impfung noch immer circa 750.000 Patienten mit Hepatitis B an Leberzirrhose oder Leberkrebs. Die verfügbaren Medikamente müssen über lange Zeiträume gegeben werden, führen nur bei wenigen Betroffenen zu einer Heilung und häufig bilden sich resistente Viren.
Forscher sind deshalb weltweit auf der Suche nach alternativen Wirkstoffen. "Eine Möglichkeit ist es, den Eintritt des Virus in die Leberzellen zu blockieren", erklärt Urban. Die Wissenschaftler bauten im Labor ein Teilstück der Virushülle nach, mit dessen Hilfe das Virus an Leberzellen bindet. "Bereits sehr geringe Mengen davon genügen, um in Mäusen eine Infektion komplett zu verhindern", sagt Urban. Das Peptid bindet an die Leberzellen und verhindert dadurch die Aufnahme des Virus.

Auch das Hepatitis-D-Virus wird aufgehalten.
Auch eine Infektion mit dem Hepatitis-D-Virus, die zusätzlich zur Hepatitis B-Infektion auftreten kann und oft zu einem schwerwiegenden Krankheitsverlauf führt, ließ sich in Zellversuchen mit dem neuartigen Wirkstoff verhindern.Weitere Studien sollen jetzt zusätzliche Informationen über den neuartigen Wirkstoff liefern, bevor die zur Zulassung notwendigen Studien an Patienten beginnen können. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt dieses Projekt mit insgesamt 1,8 Millionen Euro.
me / Quelle: Uni Heidelberg

Noch ist diese Methode nicht verfügbar, wenn es überhaupt klappt. Umso mehr ist zur Zeit die Impfung sinnvoll angesichts von 750 000 Toten pro Jahr.


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Samstag, 9. Februar 2008

Gesetzliche Krankenkassen: Auf Schutzimpfungen gibt es jetzt einen gesetzlichen Anspruch


Vertragshickhack!


Mit den Veröffentlichungen der Richtlinie im Bundesanzeiger und im Deutschen Ärzteblatt sind Schutzimpfungen zu Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenkassen geworden.


Da der Sicherstellungsauftrag für diesen Bereich weiterhin bei den Krankenkassen liegt, sind die Impfleistungen nicht Bestandteil des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM 2008), sondern bedürfen auch künftig gesonderter vertraglicher Regelungen.


Die derzeitigen Impfvereinbarungen mit den Berliner Krankenkassenverbänden gelten unverändert weiter.


Für die Primärkrankenkassen AOK Berlin, IKK Brandenburg und Berlin und die BKKen gelten die mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin geschlossenen Verträge noch bis zum 31.3.2008, für die Ersatzkassen bis zum 30.6.2008 und für die Knappschaft bis zum 31.12.2008.
Bis Redaktionsschluss war unklar, ob es Nachfolgeverträge mit der KV Berlin geben wird.

Nach dem GKV-WSG haben die Krankenkassen jetzt die Möglichkeit, auch mit „geeigneten Ärzten, deren Gemeinschaften, ärztlich geleiteten Einrichtungen und dem öffentlichen Gesundheitsdienst“ Verträge abzuschließen. Keiner der nach dem Gesetz möglichen Vertragspartner hat jedoch Anspruch auf einen Einzelversorgungsauftrag.

Der Gesetzgeber insistiert allerdings bei Vertragsabschlüssen darauf, dass „insbesondere die an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Ärzte berechtigt sind, Schutzimpfungen zu Lasten der Krankenkasse vorzunehmen“.
Die Rechtsunsicherheit, ob Fachärzte impfen dürfen, wurde inzwischen durch die Änderung der Weiterbildungsordnung der Ärztekammer Berlin beseitigt. Das KV-Blatt berichtete mehrfach über das Thema. Grundsätzlich gilt: Alle Berliner Ärzte dürfen impfen. Zu beachten ist allerdings die berufsrechtliche Vorschrift, wonach ein Arzt nur im Gebiet seiner Zulassung tätig werden darf. Gynäkologen dürfen also bei von ihnen versorgten Frauen für den kompletten Impfschutz sorgen, nicht aber bei Männern.
Die geltenden Verträge bilden die Bestimmungen der Schutzimpfungsrichtlinie nahezu vollständig ab
In einem Punkt sind die Berliner Impfvereinbarungen der Schutzimpfungsrichtlinie sogar voraus: Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) gelten ab dem Tage ihrer Veröffentlichung, also nicht erst dann, wenn sie vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) in eine Neufassung der Richtlinie übernommen worden sind. Da der G-BA drei Monate Zeit dafür hat und sich das Bundesgesundheitsministerium als Aufsichtsbehörde danach zwei Monate Zeit zur Prüfung nehmen kann, können neue STIKO-Empfehlungen derzeit in Berlin etwa ein halbes Jahr früher als im Rest der Republik umgesetzt werden.


Übrigens: Die im Deutschen Ärzteblatt nachzulesende Richtlinie berücksichtigt noch nicht die STIKO-Empfehlung vom Juli 2007.


In Berlin übernehmen die Krankenkassen aber schon jetzt die Änderungen bei den Schutzimpfungen gegen Hepatitis A, Hepatitis B und FSME. Sowohl bei der Schutzimpfung gegen Hepatitis A als auch Hepatitis B wurde die Indikation „Homosexuell aktive Männer“ weiter gefasst: „Personen mit einem Sexualverhalten mit hoher Infektionsgefährdung“. Bei der Schutzimpfung gegen FSME wurden die Risikogebiete in Deutschland aktualisiert.


Einschränkungen
Einschränkungen gegenüber der Schutzimpfungsrichtlinie ergeben sich aus den Formulierungen des § 1 der geltenden Berliner Impf-Vereinbarungen:
„Zu Lasten der Krankenkassen können Schutzimpfungen als Standard-, Auffrisch- und Indikationsimpfungen durchgeführt werden.“
„Schutzimpfungen, die ausschließlich aus Anlass von Auslandsreisen durchgeführt werden, sind nicht Gegenstand dieser Vereinbarung.“
In der Spalte 2 der Anlage 1 zur Schutzimpfungsrichtlinie (Deutsches Ärzteblatt 1/2 vom 7. Januar 2008, Seiten A 46 bis A 54) wurden jedoch eine Reihe beruflicher Indikationen als Pflichtleistungen der Krankenkassen ausgewiesen.


Polio-Impfungen für Afrika- und Asien-Reisende
Ebenso wird die Polioauffrischimpfung für Reisende nach Afrika und Asien zur Pflichtleistung für Krankenkassen. Da sowohl die beruflichen Indikationen als auch die Polioimpfung vor Auslandsreisen in den geltenden Verträgen explizit ausgenommen sind, können sie von den Berliner Vertragsärzten zur Zeit nur im Kostenerstattungsverfahren angeboten werden. Dazu muss vor der Impfung ein schriftlicher Behandlungsvertrag abgeschlossen werden. Die Patienten haben Anspruch auf eine Rechnung nach den Vorgaben der GOÄ. Der Impfstoff muss privat verordnet werden.


Abrechnung von Impfleistungen
Für große Verwirrung hat die Anlage 2 zur Schutzimpfungsrichtlinie (Deutsches Ärzteblatt 1/2 vom 7. Januar 2008, Seiten A 55 bis A 56) gesorgt. Bei den dort aufgelisteten Positionen handelt es sich um „Dokumentationsschlüssel“ zum Aufbau eines nationalen Impfregisters ab Juli 2008. Wie die Handhabung in der Praxis aussehen wird, ist noch offen.
SNR bleiben
Bis auf weiteres gelten die bisherigen Sonderabrechnungsnummern 89001 bis 89010 fort.





So Leute und nun sagt mal ob ihr das alles verstanden habt??



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Mittwoch, 6. Februar 2008

Diphtherie Impfung

Diphtherie ist eine akute, manchmal lebensbedrohliche Infektion, die in den meisten Fällen die oberen Atemwege befällt. Ausgelöst wird diese Erkrankung durch das Baktrium Corynebaktrium diphtheriae. Es bildet Gifte (Toxine), welche die Zellen zerstören. Selten werden zusätzlich zum Rachenbefall auch Herz, Leber und Niere geschädigt (so genannte toxische Diphtherie). Ohne Behandlung verläuft die Diphtherie oft tödlich. Erkrankung und Tod durch Diphtherie sind in Deutschland meldepflichtig.


Der Diphtherie-Erreger ist das Corynebacterium diphtheriae. Es bildet ein schädliches Gift, das die Körperzellen zerstört. Die Infektion erfolgt über eine Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch, also durch Husten und Niesen. Die Bakterien befallen zuerst den Rachen und vermehren sich dort in der Schleimhaut. Dort produziert Corynebakterium diphtheriae auch das Gift, das direkt für die Symptome der Erkrankung verantwortlich ist. Diese Gift wirkt nicht nur lokal im Rachenraum, sondern kann auch andere Organe wie Herz, Leber und Niere schädigen.Die Inkubationszeit beträgt in der Regel zwei bis fünf Tage, selten bis zu acht Tagen.
Nach der Inkubationszeit beginnt die Erkrankung meist im Rachenbereich mit Hals- und Schluckschmerzen, leichtem Fieber und Abgeschlagenheit. Auf den Mandeln bilden sich typische weiß-gelbliche Beläge, die so genannten Pseudomembranen. Wird der Kehlkopf befallen, kommen bellender Husten, Heiserkeit und zunehmende Atemnot durch die Schleimhautschwellung hinzu. Diese Schwellung ist die eigentliche Lebensbedrohung! Typisch für die Kehlkopfschwellung ist ein ziehendes Atemgeräusch (Stridor). Bei Säuglingen und Kleinkindern ist häufig die Nase betroffen, es kommt zu einem eitrig-blutigen Schnupfen.In einigen Fällen werden innere Organe wie Herz, Leber, Nieren oder das Nervensystem angegriffen. Dabei können Herzrhythmusstörungen, Schlucklähmungen, Leberentzündungen und Nierenversagen auftreten.


Die Diagnose erfolgt anhand der Symptome sowie einem mikroskopischen und kulturellen Erregernachweis aus dem Rachenabstrich. Auch das Gift der Erreger ist direkt nachweisbar. Diphtherie ist im Anfangsstadium leicht mit einer Mandelentzündung (Angina tonsillaris), bakteriellen Kehlkopfentzündung (Epiglottitis) oder Pseudo-Krupp zu verwechseln.


Schon beim Verdacht auf Diphtherie muss man unverzüglich mit der Einnahme eines Gegengifts beginnen (Diphtherie-Antitoxin), um die freien Gifte zu neutralisieren. Zudem erfolgt eine Antibiotika-Therapie, beispielsweise mit Penicillin. Dadurch wird der Erreger Corynebakterium diphteriae bekämpft und kann weniger Gift bilden.Gesunde Kontaktpersonen müssen ebenfalls untersucht werden und bekommen Antibiotika zur Prophylaxe. Besteht kein ausreichender Impfschutz, werden diese Personen geimpft.


Die Diphtherie-Impfung bietete einen sehr guten Schutz vor der Infektionskrankheit.


Nach der Impftabelle erfolgt sie meist schon im Säuglingsalter und wird bei Kindern und Jugendlichen regelmäßig aufgefrischt. Erwachsene sollten sich alle zehn Jahre einer Auffrischimpfung unterziehen.Der Grund: Eine durchgestandene Erkrankung verleiht keine langfristige Immunität. Auch wenn in der Kindheit eine Infektion erfolgte, muss man sich weiter gegen Diphtherie impfen lassen.


Seit Einführung der Impfung gegen Diphtherie ist diese Erkrankung in Deutschland sehr selten geworden. Trotzdem treten immer wieder lokal begrenzte Epidemien auf, da nicht alle Menschen einen ausreichenden Impfschutz besitzen. Die Erkrankung an Diphtherie und der Tod müssen dem Gesundheitsamt gemeldet werden. Nach Angaben des Robert Koch Institutes ist in Deutschland zuletzt 1997 ein Mensch an Diphtherie gestorben. In den Staaten der ehemaligen UdSSR treten seit den 90er-Jahren wiederholt Diphtherieepidemien auf. Deshalb hat die WHO in diesen Ländern ein Impfprogramm gestartet. Die Prognose hängt vom Allgemeinzustand des Erkrankten und vom Zeitpunkt des Therapiebeginns ab.


Die Sterblichkeit der Diphtherie liegt heute bei fünf bis zehn Prozent, unter ungünstigen Verhältnissen steigt sie bis zu 25 Prouzent.

Schutz die Impfung

Einzig wirksamer Schutz gegen Diphtherie ist die Impfung. Sie zählt in Deutschland zu den Standardimpfungen. Sie ist allgemein empfohlen und sollte konsequent aufgefrischt werden.
Wer sollte geimpft werden?
Die Diphtherie-Impfung ist von der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut allgemein empfohlen und sollte konsequent aufgefrischt werden. Sie ist als Standardimpfung des Impfkalenders von hohem Wert für den Gesundheitsschutz des Einzelnen und der Allgemeinheit.
Risikogruppen
Für Angehörige folgender Gruppen ist das Aufrechterhalten des Impfschutzes besonders empfohlen:
Medizinisches Personal, das ersten Kontakt mit Erkrankten haben kann
Personal in Laboratorien mit Diphtherie-Risiko
Aussiedler, Asylbewerber und Flüchtlinge aus Gebieten mit Diphtherie-Risiko (vor allem: ehemalige Sowjetunion), die in Gemeinschaftsunterkünften leben sowie das Personal dieser Einrichtungen
Bedienstete des Bundesgrenzschutzes und der Zoll-Verwaltung
Reisende in Regionen mit Diphtherie-Risiko (Eine Reise in ein Infektionsgebiet sollte frühestens nach der 2. Impfung angetreten werden.)

Wie und wann wird geimpft?
Die Grundimmunisierung wird routinemäßig bei Säuglingen durchgeführt, aber auch Erwachsene können eine versäumte Grundimmunisierung nachholen. Ungeimpfte oder Personen mit fehlendem Impfnachweis sollten 2 Impfungen im Abstand von 4 bis 8 Wochen und eine 3. Impfung 6 bis 12 Monate nach der 2. Impfung erhalten. Auffrischimpfungen erfolgen dann alle 10 Jahre.
Für Kinder ab 5 bis 6 Jahren (je nach Angaben des Herstellers), Jugendliche und Erwachsene wird in der Regel ein Kombinationsimpfstoff z.B. mit Tetanus (Td) oder Tetanus/Polio (Td-IPV) verwendet. Auch Personen mit durchgemachter Diphtherie müssen komplett geimpft werden. Lassen Sie sich von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt beraten.



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Sonntag, 3. Februar 2008




Tetanus (Wundstarrkrampf)

Der Tetanus (Wundstarrkrampf) ist eine akute, schwere, oft tödliche verlaufende Infektionskrankheit.

Der Krankheitserreger
Ausgelöst wird die Erkrankung durch ein Bakterium namens Clostridium tetani. Das Besondere an diesem Krankheitskeim ist, dass er sich ohne Sauerstoff besonders gut vermehren kann (ein sog. anaerober Keim), dass er beweglich ist und dass ihn eine dicke Zellhülle sehr widerstandsfähig gegen Umwelteinflüsse, z. B. Austrocknung macht. Clostridien können im Boden mehrere Monate überleben.Dieses Bakterium ist in der Lage, ein sehr starkes Gift (ein Toxin) zu produzieren, welches die Nerven und Bestandteile des Blutes schädigt. Clostridium tetani kommt überall auf der Erde vor, hauptsächlich im Erdreich (besonders in mit Tiermist gedüngten Böden), im Staub, in und an faulem Holz, an Pflanzen, aber auch im Verdauungstrakt und Stuhlgang von Menschen und Tieren. Häufige Erkrankungsfälle findet man in Ländern mit geringem hygienischen Standard und feuchtwarmen klimatischen Bedingungen. In der westlichen Welt ist die Zahl der Tetanuserkrankungen mit der Einführung einer aktiven Schutzimpfung stark zurückgegangen. Es gibt aber auch in Deutschland pro Jahr immer noch 20 bis 30 Todesfälle. Dies betrifft fast immer ältere Menschen, von denen fast 50% nicht ausreichend durch eine Impfung geschützt sind.

Übertragungsweg
Weil die Bakterien praktisch überall im Erdreich vorhanden sind, können sie bei jeder Verletzung, d. h. auch bei sehr kleinen Bagatellverletzungen, in die Wunde gelangen. Besonders gefährlich sind jedoch tiefe verschmutzte Wunden mit ungenügender Sauerstoffzufuhr, vor allem wenn Fremdkörper (z. B. Holzsplitter, Rosendornen o. ä.) in der Wunde verblieben sind, sowie Stich- und Bisswunden. Auch in Verbrennungswunden oder, wenn Gewebe abgestorben ist, vermehren sich die Keime besonders schnell und produzieren ihr Gift.

Wie äußert sich die Erkrankung?
Wenige Tage bis drei Wochen nach der Verletzung (die Zeitspanne hängt von der aufgenommenen Keimmenge und von Ort, Art und Ausdehnung der Verletzung ab; eine kurze Zeit zwischen Infektion und Ausbruch von Krankheitssymptomen spricht für einen schweren Verlauf) beginnt die Erkrankung mit

allgemeinem grippeähnlichen Krankheitsgefühl,
Kopfschmerzen,
einer mäßigen Temperaturerhöhung,
Taubheitsgefühl oder Schmerzen in der Wundgegend,
Kopfschmerzen
allgemeine Unruhe.

Weil alle diese Symptome jedoch häufig auch bei banalen Infektionskrankheiten vorkommen, denkt kaum jemand jetzt schon an eine Tetanuserkrankung. Es folgt eine Erhöhung der Muskelspannung, die zuerst zu einer Kieferklemme (Trismus) führt. Dies kann sich äußern durch Schwierigkeiten beim Kauen und Schlucken. Bei jeder Kieferklemme muss man annehmen, dass es sich um einen Tetanus handelt, bis das Gegenteil bewiesen ist!Die Muskelsteifigkeit dehnt sich dann von oben nach unten über praktisch alle Muskeln aus und führt zu einer zunehmenden krampfartigen Starre des Körpers. Die Patienten können wegen Krämpfen der Mund- und der Speiseröhrenmuskulatur nichts essen, haben stärkste Muskelschmerzen, erleben aber ihre Krankheit bei vollem Bewusstsein. Im weiteren Verlauf kann es zu lebensgefährlichen Atemnot- und Erstickungsanfällen kommen, wenn auch die Atemmuskulatur, vor allem das Zwerchfell befallen wird. Geringe Reize von außen (z. B. Musik, Geräusche) verursachen neue Kämpfe der Muskulatur, die so stark sein können, dass Knochenbrüche die Folge sind. Typisch im Vollbild der Erkrankung ist auch die Überstrekkung des Rumpfes mit Rückwärtsbeugung des Kopfes und eine Art verzerrtes Grinsen durch die Krämpfe der Gesichtsmuskulatur. Weitere Krankheitssymptome sind: Kopfschmerzen, Schwindel, vermehrtes Schwitzen, Schlaflosigkeit, Verstopfung, erhöhte Temperatur und Krämpfe der Zwerchfellmuskulatur mit Schluckauf. Im Endstadium der Erkrankung können die Patienten an Herzrhythmusstörungen, Kammerflimmern und Atemstillstand versterben. Auch bei Einsatz aller Therapiemöglichkeiten liegt die Sterblichkeit an Wundstarrkrampf bei 25% - 50%.Die Krankheit mit Krämpfen dauert etwa drei Wochen lang, bis zur vollständigen Erholung dauert es Monate. Eine überstandene Erkrankung hinterlässt keine zuverlässige Immunität, d. h. ein Patient könnte ein weiteres Mal erkranken.

Diagnose
Die Diagnose ergibt sich aus den typischen Symptomen (Muskelsteifheit und Krämpfe) in Verbindung mit einer Verletzung. Wichtig ist, frühzeitig an die Möglichkeit eines Wundstarrkrampfes zu denken. Man kann einen Abstrich von der Wunde machen und im Labor nach Erregern oder Toxin suchen.

Therapie
Sofort bei Verdacht auf eine Tetanuserkrankung muss der Patient in eine Klinik eingewiesen werden. Entscheidend für den Verlauf der Krankheit ist die frühzeitige Einleitung der Therapie. Sie beinhaltet die Gabe eines Gegengiftes (Antitoxin), um das von den Clostridien produzierte Nervengift zu neutralisieren, Antibiotika und vorgefertigter Antikörper gegen den Tetanuserreger. Der Patient wird auf der Intensivstation behandelt, er bekommt Medikamente, die die Muskelspannung herabsetzen und starke Beruhigungsmittel. In schweren Fällen müssen die Patienten manchmal beatmet und in ein künstliches Koma versetzt werden. Wegen der starken Erregbarkeit brauchen die Patienten ein Einzelzimmer und müssen vor allen unnötigen Reizen (Licht, Geräusche, Berührungen usw.) geschützt werden, da diese sofortige Muskelkrämpfe auslösen. Natürlich gehört auch die Behandlung der Wunde als Eintrittspforte für die Krankheitserreger zur klinischen Therapie. Sofortiges und sorgfältiges Ausschneiden der Wunde, vor allem bei tiefen Stichwunden ist notwendig. Dies ist daher notwendig, weil der Tetanuserreger ein Keim ist, der bei fehlendem Sauerstoff die besten Lebensbedingungen vorfindet.

Vorbeugung
Da ein Meiden der Erreger nicht möglich ist, kommt der Vorbeugung eine besondere Bedeutung zu. Es existiert ein gut verträglicher Impfstoff. Durch die Impfung bildet der Organismus Antikörper gegen die Tetanuserreger, die eintretende Keime unschädlich machen (“aktive” Impfung). Die erste Impfung kann bereits im Säuglingsalter ab der achten Lebenswoche erfolgen.Zum Aufbau eines vollständigen Impfschutzes (Grundimmunisierung) benötigt man drei Impfungen im Abstand von vier Wochen und sechs bis zwölf Monaten nach der ersten Dosis. Zur Aufrechterhaltung des Impfschutzes genügt normalerweise eine Nachimpfung etwa alle zehn Jahre. Praktischerweise kann diese Auffrischung in Kombination mit einem Impfstoff gegen Diphterie (eine schwere, durch Bakterien verursachte Erkrankung) durchgeführt werden. Im Zweifelsfall (Verlust des Impfpasses, der Patient kann sich nicht an die letzte Impfung erinnern o. ä.) kann man durch eine Blutuntersuchung die Menge der Antikörper (Titer) gegen Tetanusbakterien ermitteln und anhand des Ergebnisses den Zeitpunkt der nächsten Impfung bestimmen. Im Falle einer akuten Verletzung bei ungenügendem Schutz kann auch eine Impfung mit bereits vorgefertigten Antikörpern gegeben werden (sog. “passive” Impfung), gleichzeitig wird eine zweite Spritze mit der aktiven Impfung gemacht, damit der Körper eigene Antikörper aufbaut. Notwendig ist dies jedoch nur, wenn mehr als fünf Jahre nach der letzten Impfung vergangen sind.Die Impfung gegen Tetanus ist eine für alle Menschen empfohlene Impfung, sie wird von den Krankenkassen bezahlt.


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Donnerstag, 31. Januar 2008

Tetanus


Was ist Tetanus?

Tetanus ist eine schwere Erkrankung des Nervensystems, die durch das Gift des Tetanus-Bakteriums (Clostridium tetani) hervorgerufen wird. Bei infizierten Menschen erstarrt die Muskulatur des ganzen Körpers krampfartig. Im Verlauf der Erkrankung können die Patienten nicht mehr sprechen und die Atmung setzt aus. Weltweit sterben rund 50 Prozent der Erkrankten.

Wer ist der Erreger von Wundstarrkrampf?

Der Verursacher ist ein Bakterium namens Clostridium tetani. Dabei ist nicht eigentlich das Bakterium selbst der Schadensverursacher, sondern ein von diesem produziertes Nervengift, das Tetanustoxin. Das Bakterium ist „obligat anaerob“ – es kann nur in sauerstofffreier Umgebung existieren. An der Außenwelt liegt es in Sporenform vor, sozusagen eingekapselt. Wenn die Sporen in eine Wunde (verletztes Gewebe = sauerstoffarmes Milieu) kommen, entpackt sich daraus das Bakterium und beginnt mit Vermehrung und Giftproduktion.

Der Tetanuserreger tritt weltweit auf und ist praktisch überall vorhanden. Er befindet sich in Böden und gelangt über Wunden in den Körper. Menschen können sich über fast jede Art von Verletzung infizieren - auch durch kleine Wunden und Kratzer, wie sie zum Beispiel bei der Gartenarbeit häufig entstehen. Die Erkrankung ist dank der konsequenten Impfung der Bevölkerung in den Industrieländern relativ selten. So werden jedes Jahr in Deutschland nur ca. 10 bis 20 Fälle gemeldet.

Wo kommt Tetanus vor?

Weltweit! Erde, Wasser, Straßenstaub, jedes Milieu ist möglich. Durch seine Fähigkeit, Sporen zu bilden, sich in einer mehrschichtigen Hülle abzukapseln, erreichen die Clostridien Unempfindlichkeit gegen Hitze und Austrocknung und können in dieser Form auch in einer sauerstoffreichen Umgebung überleben, sich allerdings nicht vermehren.

Wie lang ist die Inkubationszeit?

Inkubationszeit: Zwischen 3 und 60 Tagen. In dieser Zeit werden die Sporen ausgepackt: Die Dauerformen (Sporen) gehen in die Vegetativform (freie Bakterien) über und vermehren sich. Dabei produzieren sie ein Nervengift, das Tetanustoxin oder treffender Tetanospasmin, welches an den Nervenbahnen entlang wandert und das zentrale Nervensystem (Rückenmark und Gehirn) erreicht. Natürlich ist auch ein Transport über den Blutweg möglich, aber typisch für das Gift ist eben seine retrograde Wanderung entlang der Nervenbahnen.

Wie entstehen die typischen Muskelkrämpfe bei Tetanus?

Entlang der Nervenbahnen wandert das Gift in das Zentralnervensystem. In den motorischen Vorderhornzellen des Rückenmarks entfaltet nun das Nervengift seine Wirkung: Bestimmte Nerven, die hemmend auf Signale an die Muskeln wirken und damit eine Feindosierung der Muskelkraft bewirken, werden gehemmt. Eine Hemmung der Hemmung – das heißt im Klartext „Volles Rohr“: Sobald auch nur ein leiser Befehl vom Gehirn an die Muskeln ergeht, fehlt jede Feinabstufung, es entsteht eine volle Kontraktion. Bitte stellen Sie sich das so vor: Das Gehirn will einen Befehl zum Bonbonlutschen geben – und schon krachen die Kiefer aufeinander, daß die Zähne herauszubrechen drohen. Oder der Patient möchte ein Glas Wasser greifen, schon knirschen die Splitter in der Faust. Überhaupt nicht komisch, wenn allein der Gedanke an eine Bewegung zu heftigsten Krämpfen der Muskulatur und unkontrollierbaren Kontraktionen führt. Die Krämpfe können so heftig sein, daß Knochen unter der Anspannung zerbrechen, sogar Kiefer oder gar Wirbelkörper können brechen.

Warum ist Tetanus so gefährlich?

Der Erreger, das Bakterium Clostridium tetani, kommt praktisch überall vor – von der Gartenerde bis zum Sandstrand
Die Erreger sind äußerst resistent, sie können in Form von Sporen widrige Umweltbedingungen lange überdauern.
Es gibt kein Gegengift! Bei bestehenden Symptomen helfen jedoch nur noch Maßnahmen, die diese lindern, es gibt aber kein "Gegenmittel".
Unbehandelt erfolgt Tod durch Atemlähmung. Aber auch mit medizinischer Betreuung endet die Erkrankung in einem Drittel der Fälle tödlich.

Wann ist die Impfung sinnvoll?

Die Tetanus-Impfung wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) für Menschen jeden Alters (Kinder, Erwachsene) in Deutschland empfohlen.Verschieben Sie die Impfung bei hohem Fieber und schwerer Krankheit. Dann ist das Immunsystem mit der Abwehr anderer Krankheitserreger beschäftigt und bildet womöglich keine Abwehrstoffe gegen das Tetanusgift. Eine leichte Erkältung dagegen ist kein Hindernis für eine Impfung.

Mögliche Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen hängen von der Kombination der verabreichten Impfstoffe ab. Beim Tetanus-Impfstoff alleine sind leichte Reaktionen an der Injektionsstelle und Allgemeinreaktionen wie Abgeschlagenheit, Magen-Darm-Beschwerden oder Temperaturerhöhungen möglich.

Wie häufig impft man?

Wenn die Grundimmunisierung fehlt bekommen Patienten drei Impfungen.

Erste Impfung: Zeitpunkt Null
Zweite Impfung: Ein Monat danach (4 bis 8 Wochen nach der Ersten)
Dritte Impfung: Ein Jahr danach. (6 bis 12 Monate nach der Ersten)

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Auch Frauen über 18 Jahren profitieren von einer HPV-Impfung


Auch Frauen über 18 Jahren profitieren von einer HPV-Impfung,
Bisher wird nur 12- bis 17-Jährigen zum Schutz geraten / Neue StudienergebnisseHEIDELBERG . Mädchen von 12 bis 17 Jahren sollen zum Schutz vor Zervix-Karzinomen gegen Humane Papillomaviren (HPV) geimpft werden. Das rät die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut. Professor Tino Schwarz aus Würzburg hält es aufgrundneuer Studiendaten jedoch für sinnvoll, auch junge Frauen ab 18 Jahren gegen HPV zu impfen.

Die Erreger verursachen Zervix-Karzinome.
Frauen etwa, die bereits mit den HPV-Typen 16 oder 18 infiziert waren und die Infektion überstanden haben, können durch die Impfung vor einer erneuten Infektion geschützt werden. Nur durch die Impfung würden neutralisierende Titer von Antikörpern in der Zervix-Schleimhaut induziert, die Viren des Geschlechtspartners abfangen können. Nach einer durchgemachten Infektion dagegen seien keine Antikörper-Titer im Zervix-Sekret zu messen, sagte Schwarz auf einem Impf-Forum in Heidelberg. Zudem könnten Frauen, die bereits von anderen HPV-Typen befallen sind, durch die Impfung zumindest vor einer Infektion mit den Typen 16 oder 18 geschützt werden.Im November vergangenen Jahres kam in Deutschland der erste Impfstoff gegen HPV auf dem Markt. Die Vakzine richtet sich gegen die HPV-Typen 6, 11, 16 und 18. HPV 16 und 18 lösen zusammen etwa 70 Prozent aller Zervix-Karzinome aus, HPV 6 und 11 über 90 Prozent der Genitalwarzen. Seit kurzem gibt es einen zweiten HPV-Impfstoff (Cervarix®), der sich ebenfalls gegen HPV 16 und 18 richtet. Es seien aber Kreuzreaktionen mit den Virustypen 45 und 31 beobachtet worden, sagte Schwarz, Chefarzt am Zentrallabor des Krankenhauses der Stiftung Juliusspital in Würzburg. "Das bedeutet, dass wir mit der Impfung insgesamt um die 80 Prozent aller Zervix-Karzinome und zervikovaginalen Läsionen verhindern könnten", so der Infektiologe auf der von GlaxoSmithKline und Baxter unterstützten Veranstaltung.Schon zwölfjährige Mädchen gegen HPV zu impfen, mache großen Sinn, sagte Schwarz. Denn die Transformationszone auf der Zervix sei bei den ganz jungen Mädchen besonders empfänglich für HPV. Allerdings werden die jungen Mädchen die Infektionen viel schneller wieder los als erwachsene Frauen. Bei Frauen sei die Infektionsrate zwar geringer, aber die Rate der für die Krebsentstehung relevanten persistierenden Infektionen dafür höher, hätten Studien ergeben. Schwarz plädierte daher dafür, auch Frauen über 17 Jahre gegen HPV zu impfen. Bisher ist die Impfung für Frauen über 17 Jahre allerdings keine Kassenleistung, sondern ein IgeL-Angebot. Doch seiner Erfahrung nach zeigten sich die meisten Krankenkassen kulant.
Die Impfempfehlungen der STIKO gibt es unter http://www.rki.de/

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Mittwoch, 30. Januar 2008

Hepatitis, welche Impfungen sollte man haben.



Hepatitis (Gelbsucht)

Die Virus-Hepatitis, oder Gelbsucht, wird durch Viren verursacht, die der Erkrankung ihren Namen geben:
Hepatitis A (oder Infektiöse Gelbsucht),
Hepatitis B (oder Serum-Hepatitis),
Hepatitis C,
Hepatitis D (oder Delta-Hepatitis)
und Hepatitis E.
Durch die Entzündung des Lebergewebes, die durch die Viren verursacht wird, sind die Beschwerden bei allen Formen der Hepatitis sehr ähnlich.
Zu Beginn der Erkrankung kann es zu Erschöpfung, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen im Bereich des rechten Rippenbogens, Dunkelfärbung des Urins, Hellfärbung des Stuhles und schließlich zur Gelbfärbung der Haut kommen.
Der Krankheitsverlauf fällt individuell sehr unterschiedlich aus und wird von persönlichen Faktoren wie z.B. Alter, Gesundheitszustand und Virus-Hepatitisart mitbestimmt. So kann es zu Hepatitisinfektionen mit nahezu keinen Beschwerden kommen, im Gegensatz zu Hepatitisinfektionen mit schweren Verläufen (vor allem bei älteren Menschen) bis hin zu Koma und Tod.
Bei akuter Hepatitis existiert keine spezifische Behandlung.
Hepatitis A
Die Hepatitis A ist weltweit verbreitet. Während sie in den Entwicklungsländern gehäuft auftritt, ist sie in den letzten Jahrzehnten in den entwickelten Ländern Europas und Nordamerikas durch den wachsenden Hygienestandard stark zurückgegangen. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt die Anzahl der Hepatitis A - Erkrankungen auf weltweit 1,5 Mio. pro Jahr.In Deutschland waren nach dem 2. Weltkrieg nahezu 90 % der Kinder und Jugendliche mit dem Hepatitis A Virus infiziert, was ihnen zu einer lebenslangen Immunität verholfen hat. Durch den wachsenden Hygienestandard der vergangenen Jahrzehnte schätzt man heute die Infektionsrate bei Kindern und Jugendlichen auf ungefähre 5 %.Das hat zur Folge das in den vergangenen Jahren zunehmend mehr Personen keinen Hepatitis A-Schutz mehr besitzen und bei Aufenthalten in Ländern mit mäßigen bzw. geringem Hygienestandard einem erhöhten Erkrankungsrisiko ausgesetzt sind.Insbesondere im Nahen und Mittleren Osten, Westafrika, Mexiko, Algerien, Indien, Nepal und Südamerika besteht für Reisende ein erhöhtes Hepatitis A-Risiko. Laut einer Untersuchung die am Tropeninstitut München im Frühjahr 2004 durchgeführt wurde, konnte in einigen Ländern des Mittelmeerraumes sowie in Osteuropa ein erhöhtes und mittleres Hepatitis-Risiko festgestellt werden.Die Auswertungen zeigten, dass in Ägypten, Marokko, Tunesien und der Türkei ein hohes Infektionsrisiko für Hepatitis A besteht. Ein Abgleich des Infektionsrisikos mit den Fluggastzahlen führte zu der Erkenntnis, dass insbesondere auch die große Zahl der Reisenden in diese Länder eine Quelle für importierte Hepatitis A-Erkrankungen darstellen.Bei Reisen nach Griechenland, Portugal und Süd-Italien wiederum ist das Risiko, sich im Verlauf eines Urlaubs mit Hepatitis A zu infizieren, im Vergleich zu Deutschland zwar nicht extrem, aber doch so stark erhöht, dass eine Impfung gegen Hepatitis A für Reisende erwogen werden kann.Außerdem stehen in küstennahen Gebieten grundsätzlich Meeresfrüchte häufiger auf der Speisekarte. Bei Muscheln aus Süditalien wurde im Jahr 2000 ein Durchseuchungsgrad mit Hepatitis A Virus von 27,4% festgestellt. Es zeigt sich also ein nicht geringes Risiko - durch den Verzehr von unzureichend gekochten oder gar rohen Meeresfrüchten - an Hepatitis A zu erkranken.Eine weitere Untersuchung des italienischen Gesundheitsinstitutes in Rom hat mehrere traditionelle Zubereitungsarten von Meeresfrüchten untersucht und dabei aufgezeigt, dass mit Hepatitis A-Viren infizierte Muscheln und Schalentiere auch nach dem Kochen noch infektiös sein können.Diese Untersuchungen legen nahe, dass nicht nur bei Fernreisen in tropische Länder, sondern auch bei "nahen" Zielen wie den Mittelmeerländern und Osteuropa noch ein nennenswertes Risiko für eine Infektion mit Hepatitis A und B vorliegt.Laut Angaben des infektionsepidemiologischen Jahrbuchs des Robert Koch-Institutes (2004) stammen immerhin 59% der nach Deutschland eingeschleppten Hepatitis A-Fälle aus Mittelmeeranrainerstaaten. Die ersten Beschwerden können nach 15 bis 50 Tagen (im Durchschnitt 25 - 30) nach Infektion auftreten. Im Kindesalter können Infektionen ohne besondere Beschwerden erfolgen, während hingegen mit zunehmendem Alter die Infektion schwerer verläuft.Eine Hepatitis A Erkrankung kann Wochen andauern und verläuft nur in seltenen Fällen tödlich. Chronische Verläufe wie sie bei der Hepatitis B oder C beobachtet werden, sind bei Hepatitis A nicht bekannt.
Übertragung:
Die Übertragung der Hepatitis A - Viren erfolgt fäkal-oral durch eine Kontakt- oder Schmierinfektion. Das bedeutet, dass sowohl durch engen Personenkontakt als auch durch verunreinigtes Trinkwasser oder Nahrungsmittel die Viren übertragen werden können. Ein erhöhtes Risiko stellen fäkaliengedüngtes Gemüse (z.B. Salate) oder auch Meeresfrüchte (z.B. Muscheln, Schalentiere und Austern) dar.Es ist zu beachten, dass mit dem Hepatitis A-Virus infizierte Personen, wenn sie auch nicht oder noch nicht erkrankt sind, das Virus trotzdem weiterverbreiten und dadurch z.B. Mitglieder ihrer Schulklasse oder Familie anstecken können.Da das Virus in Deutschland auf eine Situation trifft, die eine rasche Verbreitung zumindest innerhalb der sozialen Umgebung zulässt, kommt es immer wieder zu kleinen Hepatitis A-Ausbrüchen. Insbesondere da die Virusausscheidung vor Beginn der ersten Erkrankungssymptome ihren Höhepunkt hat, kann sich die soziale Umgebung an einer infizierten Person bereits angesteckt haben, bevor diese Beschwerden bekommt und irgendwelche Verdachtsmomente über eine bestehende Infektiosität bestehen.
Schutz:Hepatitis-A Schutzimpfung
Die Schutzimpfung verleiht einen hochwirksamen Schutz vor der Erkrankung.Sorgfältige Hygienemaßnahmen und gute Trinkwasser- und Lebensmittelhygiene.

Hepatitis B

Die Hepatitis B ist weltweit verbreitet. Ungefähr 350 Millionen Menschen sind chronisch mit dem Hepatitis B - Virus infiziert. Davon versterben rund eine Millionen Menschen an den Folgen der Infektion durch Leberkrebs und Leberzirrhose. In Afrika, Asien und in den Pazifischen Regionen stellt der Leberkrebs der durch Hepatitis B - Virus Infektionen verursacht wird, eine der drei häufigsten Krebsursachen dar.
Seit 1982 gibt es einen sicheren und wirksamen Impfschutz gegen Hepatitis B.
Die WHO empfiehlt eine Integration der Hepatitis-B-Impfung im Routineimpfplan für Kinder aller Länder der Erde. In Deutschland wird der Anteil derer, die sich im Laufe ihres Lebens mit dem Hepatitis B Virus infiziert haben auf ungefähr 6 % geschätzt.In der Allgemeinbevölkerung ermittelte eine Bundes-Gesundheitsuntersuchung, dass der Anteil der chronisch Hepatitis B - Infizierten bei 0,6 % liegt. Die ersten Beschwerden können 40 bis 200 Tage nach Infektion auftreten. Die Dauer hängt vor allem von der Erregerdosis ab. Schätzungsweise bei 90 % aller Erkrankten heilt die Hepatitis B aus; bei ungefähr 5 - 10 % entwickelt sie eine chronische Verlaufsform. Ungefähr die Hälfte der chronisch Infizierten entwickelt nach ca. 5 Jahren eine Leberzirrhose. Die chronische Hepatitis B Infektion erhöht das Leberkrebsrisiko gegenüber der Normalbevölkerung um den Faktor 100.
Übertragung:
Das Hepatitis B Virus wird über alle Körperflüssigkeiten, insbesondere über Blut und Sperma, übertragen. So können bei einer hohen Erregeranzahl im Blut u.a. Speichel, Samenflüssigkeit, Vaginalsekret, Muttermilch und Tränenflüssigkeit infektiös sein. In den Industrieländern (z.B. Deutschland) erfolgen 60 - 70 % der Neuinfektionen über sexuelle Intimkontakte. Eine Infektion im Zusammenhang mit medizinischen Eingriffen (Operationen, Zahnbehandlungen, Akupunktur, etc.) stellt in den entwickelten Industrieländern ein geringeres, in den unterentwickelten Ländern und somit auch in vielen Reiseländern, ein erhöhtes Risiko dar. Die Wahrscheinlichkeit sich mittels der Gabe von Blut und Blutprodukten in Deutschland zu infizieren, wird aufgrund sorgfältiger Testungen zur Zeit auf 1:50.000 - 1: 200.000 geschätzt.Bei unzureichenden Hygienevorkehrungen können auch beim Tätowieren oder Piercing, bzw. bei i.v. Drogensüchtigen durch verunreinigte Spritzbestecke, Hepatitis B Viren übertragen werden.
Schutz:Hepatitis - B Schutzimpfung
Reisenden wird bei erhöhten Hepatitis - B - Infektionsrisiko, z.B. durch längere Auslandsaufenthalte, häufiges Reisen, Arbeiten in medizinischen Einrichtungen oder auf Entwicklungshilfeprojekten, ein Impfschutz empfohlen. Da bei Reisen in die Tropen auch ein zusätzliches Hepatitis A-Infektionsrisiko besteht, empfiehlt sich ein kombinierter Schutz gegen Hepatitis A und B durch eine Impfung.Weitere Schutzmaßnahmen bestehen im konsequenten Gebrauch von Kondomen, der Vermeidung risikoreicher Sexualpraktiken ("safer sex") sowie der Verwendung von sterilen Injektionsnadeln und -utensilien bei Drogenbenutzern.
Hepatitis D
Das Hepatitis D-Virus ist ein inkomplettes Virus, das nur zusammen mit dem Hepatitis B Virus (d.h. bei Hepatitis B - Infizierten) aktiv werden und zum Krankheitsbild der Hepatitis D führen kann. Bei einer Hepatitis D Erkrankung kann es zu schweren und dauerhaften Gesundheitsschäden kommen, u.a. der Zerstörung der gesamten Leber. Hepatitis D tritt weltweit auf, insbesondere in Süditalien, Golfregion, Westafrika und Südamerika.
Übertragung:
Das Hepatitis D Virus wird über Körperflüssigkeiten, insbesondere über Blut und Sperma, übertragen.
Schutz: Hepatitis - B Schutzimpfung
Nachdem für den Ausbruch der Erkrankung die Anwesenheit von Hepatitis B Viren erforderlich ist, bedeutet der Impfschutz gegen Hepatitis B auch gleichzeitig ein Schutz gegen Hepatitis D.
Weitere Schutzmaßnahmen bestehen im konsequenten Gebrauch von Kondomen, der Vermeidung risikoreicher Sexualpraktiken ("safer sex") sowie der Verwendung von sterilen Injektionsnadeln und -utensilien bei Drogenbenutzern.
Hepatitis C
Die Hepatitis C ist eine relativ häufige Erkrankung, wobei sie für Reisende nur eine untergeordnete Rolle spielt. Bei i.v. Drogenabhängigen tritt eine Hepatitis C überdurchschnittlich häufig auf und zeigt in vielen Fällen einen chronischen Verlauf. Die Mehrzahl der Hepatitis C Infektionen verläuft beschwerdearm und oft unerkannt. Entwickelt sich jedoch ein chronischer Verlauf kann es zu ernsthaften und tödlichen Folgen, wie der Leberzirrhose und dem Leberkrebs, kommen.
Übertragung:
Das Hepatitis C Virus wird über Körperflüssigkeiten, insbesondere über Blut übertragen. Bei unzureichenden Hygienevorkehrungen können auch beim Tätowieren oder Piercing, bzw. bei i.v. Drogensüchtigen durch verunreinigte Spritzbestecke, Hepatitis C Viren übertragen werden. Schutz:Weitere Schutzmaßnahmen bestehen im konsequenten Gebrauch von Kondomen, der Vermeidung risikoreicher Sexualpraktiken ("safer sex") sowie der Verwendung von sterilen Injektionsnadeln und -utensilien bei Drogenbenutzern.
Eine Impfung gegen Hepatitis C existiert leider noch nicht.
Hepatitis E
Die Hepatitis E ist eine akute Lebererkrankung, die vor allem in Entwicklungsländern Südostasiens, Afrikas, sowie Mittel- und Südamerikas auftritt. Während die Hepatitis E, im Vergleich zu den anderen Hepatitisformen, im Regelfall keine schwerwiegende Lebererkrankung ist, kann sie bei Schwangeren einen sehr gefährlichen Krankheitsverlauf einnehmen.
Übertragung:
Die Übertragung der Hepatitis E - Viren erfolgt fäkal-oral durch verunreinigtes Trinkwasser oder Nahrungsmittel.
Schutz:Sorgfältige Hygienemaßnahmen und gute Trinkwasser- und Lebensmittelhygiene
Eine Impfung gegen Hepatitis E existiert leider noch nicht.



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Grippeimpfstoff jetzt ohne Hühnereier!



Bisher war die Impfstoffproduktion an Hühnereier gebunden.

Diese mussten mühsam bebrütet werden.
Dies dauerte Monate.Somit war es unmöglich auf eine akute Gefährdungslage zu reagieren.
Dies hat sich durch ein neues Verfahren geändert. Siehe untigen Artikel.

Erster Grippe-Impfstoff ohne HühnereierZellkulturimpfstoff soll noch 2007 auf den Markt kommen / Neues Verfahren vereinfacht die Impfstoffproduktion.

Über einen mit Zellkulturen hergestellten Grippe-Impfstoff wird weltweit schon seit Jahren gesprochen. Jetzt haben Forscher von Novartis Behring in Marburg erstmals eine solche Vakzine realisiert. Zur feierlichen Einweihung der Produktionsanlage kam sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Marburg. Der neue Impfstoff soll noch Ende des Jahres in Deutschland und Österreich auf den Markt kommen.Menschen, die in medizinischen Berufen arbeiten, über 60 Jahre alt oder chronisch krank sind, sollten jedes Jahr gegen Influenza geimpft werden. Foto: Novartis BehringWas bietet der neue Zellkulturimpfstoff Optaflu® beim Grippe-Schutz? Die Immunogenität der neuen Vakzine ist nach Herstellerangaben genauso gut wie die eines konventionellen Impfstoffs. Die neue Vakzine enthält gereinigte Antigene von den drei Influenzavirus-Stämmen, die von der WHO für diese Saison vorgesehen sind.In Studien mit über 4000 erwachsenen Probanden in Deutschland, Litauen und Polen hat sich die Vakzine als sicher und gut verträglich erwiesen. Lokale und systemische Impfreaktionen waren danach in der Regel unbedeutend und in Häufigkeit und Schwere ähnlich wie bei konventionellen Impfstoffen. Der neue Impfstoff ist für Erwachsene ab 18 Jahren zugelassen.Neuer Impfstoff eignet sich für AllergikerAnders als konventionelle Impfstoffe ist die neue Vakzine aber völlig frei von Hühnereiweiß. So können damit jetzt auch Hühnereiweiß-Allergiker geimpft werden. Auch enthält die Vakzine keine Konservierungsstoffe und Stabilisatoren.Was ist der wesentliche Vorteil des Zellkultur-Grippeimpstoffs? Die für den Impfstoff benötigten Influenzaviren werden in speziellen Säugetierzellen (aus der Niere eines Cockerspaniels) vermehrt. Diese Zellen schwimmen in einer Nährlösung in großen Kesseln (Fermentern).Bei konventionellen Impfstoffen werden die Viren hingegen in Hühnerembryos in Eiern vermehrt. Für jede Impfdosis ist ein (steriles!) bebrütetes Hühnerei nötig. Millionen solcher Eier für die jährliche Impfstoffproduktion zu beschaffen, ist sehr aufwändig. So wurden für 23 Millionen Impfstoffdosen in diesem Jahr 18 Fußballfelder voller Eierpaletten verbraucht. Die Produktion eines konventionellen Impfstoffs dauert zudem bis zu sechs Monate. Sollte in dieser Zeit plötzlich ein neuer Virusstamm auftreten, der durch eine bereits in Produktion befindliche konventionelle Vakzine nicht abgedeckt wird, dann kann für die laufende Saison keine angepasste konventionelle Vakzine hergestellt werden.Bei dem neuen Zellkulturimpfstoff ist das erheblich einfacher: Die Zellen für die Produktion sind tiefgefroren und lassen sich jederzeit auftauen und vermehren. Bei einem unerwartet hohen Impfstoffbedarf oder bei unvorhergesehenen Virusstämmen kann kurzfristig nach Bedarf ein neuer Impfstoff hergestellt werden. Für die Produktion lassen sich nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts im Vergleich zu konventionellen Vakzinen etwa zwei Monate einsparen.US-Gesundheitsministerium subventioniert Anlage in den USADas ist ein riesiger Vorteil bei einer Grippe-Pandemie: Zeichnet sich eine weltweite Epidemie ab, kann mit einem Pandemievirus sehr schnell ein Impfstoff produziert werden. Aus diesem Grund subventioniert das US-Gesundheitsministerium mit 220 Millionen Dollar eine mit der Marburger Anlage identische Produktionsstätte für Zellkulturimpfstoffe. Die Anlage von Novartis Vaccines entsteht im US-Staat North Carolina.Werden Zellkulturimpfstoffe künftig konventionelle Vakzinen ersetzen? Auch andere Impfstoffhersteller sind dabei, Produktionsverfahren für Grippe-Zellkulturimpfstoffe zu entwickeln. Fast hätte es das Unternehmen Baxter schon vor drei Jahren geschafft.Die klinische Entwicklung der Vakzine mit dem vorgesehenen Handelsnamen InfluJect war aber wegen häufiger Impfreaktionen gestoppt worden. Langfristig werden Zellkulturimpfstoffe wahrscheinlich die konventionellen Vakzinen ersetzen. In den nächsten Jahren wird es aber auch von Novartis Vaccines weiterhin die konventionellen Impfstoffe Begrivac® und Fluad® geben.Übrigens die ersten „Grippefälle“ waren schon gewesen. Der Winter kommt noch. Vorbeugen ist besser als hinterher jammern.Die Grippeschutzimpfung ist zurzeit vorrätig.Dies kann sich aber bald schon ändern weil die Industrie immer noch nicht in der Lage ist den Markt adäquat zu bedienen.

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Impfen und wie es funktioniert



Impfschutz


Krank machende Keime werden vom Immunsystem bekämpft. Dafür bilden bestimmte Zellen (B-Lymphozyten) Abwehrstoffe, die so genannten Antikörper. Diese Abwehrstoffe richten sich stets gegen einen bestimmten Erreger. Kommt nun der Organismus ein zweites Mal mit demselben Bakterium oder Virus in Kontakt, erinnert sich das Immunsystem daran und reagiert schnell. Die Erreger werden sofort unschädlich gemacht, man ist gegen sie immun. Eine Erkrankung bricht nicht mehr aus oder verläuft sehr viel harmloser. Diese Immunität lässt sich bei einigen, besonders schweren Krankheiten auch durch eine Impfung erreichen. Allerdings geschieht dies nicht mit dem natürlichen und damit schädlichen Krankheitskeim. Stattdessen werden abgetötete oder abgeschwächte Erreger oder sogar nur Bestandteile von ihnen verabreicht, sie verursachen keine Erkrankung. Das Immunsystem reagiert darauf jedoch genauso wie auf den natürlichen, krank machenden Keim, es bildet Abwehrstoffe und merkt sich den Eindringling. Taucht danach der natürliche Erreger tatsächlich auf, wird er ebenfalls sofort unschädlich gemacht. Dieser Impfschutz hält Jahre, in einigen Fällen auch ein Leben lang an. Für den vollständigen Schutz reicht manchmal eine Impfung, oft aber werden mehrere Impfungen im Abstand von Wochen und Monaten benötigt. Außer in Notfällen erfolgt eine Impfung nur, wenn keine akute, fieberhafte Krankheit vorliegt. Viele Menschen befürchten, Impfungen seien wegen möglicher Nebenwirkungen gefährlich. Impfstoffe gehören jedoch zu den sichersten Arzneimitteln, die wir haben. Mögliche Reaktionen nach der Impfung sind eine leichte Temperaturerhöhung über zwei bis drei Tage oder eine leichte Schwellung oder Rötung der Impfstelle. Beide Reaktionen sind nicht besorgniserregend. Überempfindlichkeitsreaktionen wie Nesselfieber oder andere Nebenwirkungen sind ausgesprochen selten. Hierüber klärt der Arzt auf. Er entscheidet auch, wann der beste Zeitpunkt für eine Impfung ist. Jede Impfung muss im so genannten "Impfpass" dokumentiert werden. Er sollte bei späteren Impfungen dem Arzt vorgelegt werden. Der Arzt darf sich nicht auf die mündliche Aussage des Patienten über vorangegangene Impfungen verlassen. Im Zweifelsfall muss er neu impfen, um der Erkrankung vorzubeugen. Insbesondere bei Verletzungen ist es ratsam, den Impfpass mitzubringen, damit der Arzt sieht, ob ein Tetanusschutz vorhanden ist.

Übrigens Impfung ist Sache des Hausarztes!

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Donnerstag, 17. Januar 2008

Jetzt: Grippevakzine aus Zellkulturen

Grippevakzine aus Zellkultur jetzt zugelassen.

MARBURG (eis). Der weltweit erste Zellkultur-Grippeimpfstoff ist in Kürze in Deutschland erhältlich. Das hat Novartis Behring aus Marburg mitgeteilt. Nach der saisonalen Zulassung durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMEA) und nach Chargenfreigabe durch das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) bringt das Unternehmen den Impfstoff Optaflu® auf den Markt.
Die Vakzine kann dann über den Großhandel oder über Apotheken bezogen werden. Der Grippeimpfstoff wird als 0,5-ml-Fertigspritze mit Kanüle für die intramuskuläre Injektion angeboten.
Die Impfstoffantigene werden mit Hilfe einer speziellen Zelllinie produziert. Das in Marburg entwickelte Verfahren liefert erstmals einen Grippeimpfstoff, der nicht mit Hilfe von bebrüteten Hühnereiern hergestellt wird. Der Impfstoff ist daher für Menschen mit Hühnereiweißallergie geeignet. Die Vakzine ist auch frei von von Stabilisatoren und Konservierungsstoffen.


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